wiki:1985_sudan
Unterschiede
Hier werden die Unterschiede zwischen zwei Versionen der Seite angezeigt.
Beide Seiten, vorherige ÜberarbeitungVorherige ÜberarbeitungNächste Überarbeitung | Vorherige Überarbeitung | ||
wiki:1985_sudan [2024/04/30 06:13] – norbert | wiki:1985_sudan [2025/03/31 04:54] (aktuell) – ↷ Links angepasst weil Seiten im Wiki verschoben wurden 18.191.202.132 | ||
---|---|---|---|
Zeile 1: | Zeile 1: | ||
====== Durch die Libysche Wüste mit einem Faun ====== | ====== Durch die Libysche Wüste mit einem Faun ====== | ||
- | [[wiki:norbert_luedtke|Norbert Lüdtke]] (1985) | + | [[wiki:luedtke_norbert|Norbert Lüdtke]] (1985) |
Das ganze Jahr über hatte ich Reisepläne entworfen, Details geplant: Nach Schwarzafrika sollte es gehen, ohne Frage. Auch die Wüste wollte ich erleben, intensiv und tagelang, und den Dschungel kennenlernen. Die arabischen Länder dagegen lagen mir fern, ihr Lebensstil war mir zu laut, zu schrill. Eine Route durch Tunesien, Algerien, Niger zur westafrikanischen Küste war ausgearbeitet, | Das ganze Jahr über hatte ich Reisepläne entworfen, Details geplant: Nach Schwarzafrika sollte es gehen, ohne Frage. Auch die Wüste wollte ich erleben, intensiv und tagelang, und den Dschungel kennenlernen. Die arabischen Länder dagegen lagen mir fern, ihr Lebensstil war mir zu laut, zu schrill. Eine Route durch Tunesien, Algerien, Niger zur westafrikanischen Küste war ausgearbeitet, | ||
Zeile 100: | Zeile 100: | ||
Die Spuren der alten Reisenden zeigen auch heute noch den Pistenverlauf an: Zahllose, von der Sonne gebleichte Kamelgerippe, | Die Spuren der alten Reisenden zeigen auch heute noch den Pistenverlauf an: Zahllose, von der Sonne gebleichte Kamelgerippe, | ||
- | In den Zwanziger und Dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts gelangten erstmals Expeditionen hierher: 1925 '' | + | In den Zwanziger und Dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts gelangten erstmals Expeditionen hierher: 1925 '' |
Selbst genügsame Tiere: Schlangen, Skorpione, Käfer … sind in diesem Teil der Sahara selten, hin und wieder sahen wir ihre Spuren im Sand; größere Tiere bekamen wir niemals zu sehen. Nicht einmal trockenes Gras fanden wir. Wasservorkommen beschränken sich auf wenige Brunnen, die meist als Militärstützpunkte dienen. Im Winter aber ist es in dieser Wüste erheblich kühler als in anderen Jahreszeiten, | Selbst genügsame Tiere: Schlangen, Skorpione, Käfer … sind in diesem Teil der Sahara selten, hin und wieder sahen wir ihre Spuren im Sand; größere Tiere bekamen wir niemals zu sehen. Nicht einmal trockenes Gras fanden wir. Wasservorkommen beschränken sich auf wenige Brunnen, die meist als Militärstützpunkte dienen. Im Winter aber ist es in dieser Wüste erheblich kühler als in anderen Jahreszeiten, | ||
Zeile 161: | Zeile 161: | ||
Montag, der zweite Januar: Allen Berechnungen zufolge muß heute der Nil in Sicht kommen. Der Ost-Anteil unserer Route wird stärker, wir schaffen sogar 100 Kilometer, dennoch keine Anzeichen des Flusses. Galgenhumor schlägt in vielen Gespräche durch und wir übernachten in einer passenden Gegend: Aus einem Gebiet mit runden Hügelkuppen, | Montag, der zweite Januar: Allen Berechnungen zufolge muß heute der Nil in Sicht kommen. Der Ost-Anteil unserer Route wird stärker, wir schaffen sogar 100 Kilometer, dennoch keine Anzeichen des Flusses. Galgenhumor schlägt in vielen Gespräche durch und wir übernachten in einer passenden Gegend: Aus einem Gebiet mit runden Hügelkuppen, | ||
- | Dienstag. Aus dem Galgenhumor wird Panikstimmung, | + | Dienstag. Aus dem Galgenhumor wird Panikstimmung, |
Pro Kopf haben wir noch 20 Liter Wasser, gewaschen hat sich schon seit Tagen niemand mehr, allmählich trinke ich meine Rationen bewußter. Zähneputzen ist Luxus. Beim Tanken wechseln wir uns ab. Da die Pumpe defekt ist muß der Diesel über einen Schlauch mit dem Mund angesaugt werden. Der Dieselgeschmack bleibt tagelang im Mund, einige Tropfen geraten immer bis in den Magen und melden sich noch lange. Irgendwer hat einmal nach dem Tanken das Faß nicht verschlossen, | Pro Kopf haben wir noch 20 Liter Wasser, gewaschen hat sich schon seit Tagen niemand mehr, allmählich trinke ich meine Rationen bewußter. Zähneputzen ist Luxus. Beim Tanken wechseln wir uns ab. Da die Pumpe defekt ist muß der Diesel über einen Schlauch mit dem Mund angesaugt werden. Der Dieselgeschmack bleibt tagelang im Mund, einige Tropfen geraten immer bis in den Magen und melden sich noch lange. Irgendwer hat einmal nach dem Tanken das Faß nicht verschlossen, |
wiki/1985_sudan.1714457637.txt.gz · Zuletzt geändert: 2024/04/30 06:13 von norbert