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wiki:ausbauphase

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Ausbauphase

1. Die Basisarchitektur festlegen

Bauart

Module und Anbauten

Folgen für die Fahrzeugeigenschaften

Mit der Wahl des Fahrzeugsegments und seiner Basisarchitektur sind auch die Fahrzeugeigenschaften in einer gewissen Bandbreite festgelegt. Innerhalb jeder Kategorie lässt sich in gewissem Maße aufrüsten, aber: Wer zu viel aufrüstet, ist zu tief eingestiegen; denn aus einer Ente wird kein Bulli.

Welche Zusatzmodule wirklich sinnvoll sind, ist bedingt durch die Dauer der Reise, das Klima und die Umgebung, in der das Fahrzeug bewegt wird: Muss - Soll - Kann das sein? Denn Masse, Form und Position der Ein- und Anbauten verändern die Fahrzeugeigenschaften:

2. Grenzen gestalten

Persönliche Rote Linien

Es ist schön zu sehen, was es alles gibt. Und es ist spannend, sich damit auseinanderzusetzen. Irgendwann muss jedoch das Ziel in den Blick genommen werden. Zum Fokussieren verhilft im ersten Schritt das Weglassen, im zweiten Schritt hilft es rote Linien zu setzen hinsichtlich:

Parameter maximalBegründung
Fahrzeuggewicht
Fahrzeuglänge
Fahrzeughöhe
Radstand
Motorleistung
Kosten Basisfahrzeug
Kosten Ausbau

Gesetze, Vorschriften, Richtlinien

Gesetzliche Vorgaben und technische Regeln setzen Grenzen, die manchmal Ausnahmen erlauben und selten Lücken lassen. Letzlich werden die für Reisemobile relevanten Bestimmungen geprüft von Überwachungsorganisationen, die sich an Vorgaben des Kraftfahrtbundesamtes halten müssen, welches wiederum an die nationale und EU-Gesetzgebung gebunden ist.

Voraussetzung für die *Zulassung sind eine *Kfz-Haftpflichtversicherung sowie eine gültige *Hauptuntersuchung HU. Beides dient dem Schutz der Allgemeinheit. Darüber hinaus gibt es einen Ermessensspielraum und eine rechtliche Grauzone, die in Absprache mit dem *aaSOP der *Überwachungsorganisation (meist TÜV) im Vorhinein ausgelotet weren kann:

  • Die Zulassung (als *Pkw, *Lkw, *sFAM, *Wohnmobil) und die tatsächliche Nutzung als Wohnmobil sind unabhängig voneinander.
  • Jede *Fahrzeugart kann zudem nach 30 Jahren als *Oldtimer zugelassen werden.
  • Bei einem Lkw kann der Aufbau Teil der Fahrzeugart sein (*Wohnkoffer) oder als Ladung angesehen werden.

Die Art der Zulassung zeigt sich im *Kennzeichen, hat Folgen für die Höhe der *Kfz-Steuer und die Höhe der *Kfz-Haftpflichtversicherung sowie indirekt in der zugeteilten *Umweltplakette, hat also Folgen, welche *Wegenetze für das Fahrzeug offen sind (z.B. *Umweltzonen) und welche Verbote und Begrenzungen im öffentlichen Verkehrsraum greifen, etwa bei *Tempolimits und Parkverboten.

Zeigen sich bei der HU Abweichungen von der Typzulassung, die das Kraftfahrt-Bundesamt erteilt hat, so müssen diese zugelassen und eingetragen werden. Voraussetzung für die Eintragung sind eine Allgemeine Betriebserlaubnisse und Freigaben des Herstellers. Erteilt werden beispielsweise Anbaubestätigungen, etwa für die Anhängerkupplung, während für Fiberglasanbauten Splittergutachten erforderlich sein können.
Fehlt auch die Typzulassung, so kann eine *Einzelabnahme erfolgen.

Durch *Ablasten können Begrenzungen, etwa durch den *Führerschein bzw. durch die *Fahrerlaubnisklassen, umgangen werden; durch *Auflasten kann die *Mindestnutzlast eingehalten werden.

Mitführpflichten sind zu beachten.

Gestaltbare Rahmenbedingungen

  • Bei Neuwagen setzen Konfiguration und Gewährleistung Grenzen.
  • In einer Zwickmühle stecken Neu-Fahrzeuge, die den EU-Abgasnormen entsprechen, jedoch unter Bedingungen gefahren werden sollen, wo etwa die *Treibstoffqualität den Betrieb nicht zulässt.
  • Nicht jedes neue Diesel-Fahrzeug kann als Wohnmobil zugelassen werden, wenn etwa die EU-Abgasnormen nur die Zulassung als Lkw erlauben.
  • **Ausbaufirmen** bieten spezialisierte Modellvarianten, hier setzen die *Aufbaurichtlinien der Hersteller die Grenzen des Zulässigen.
  • Selbstausbauer finden ihre Grenzen durch handwerkliches Können und technische Möglichkeiten sowie durch organisatorische Randbedingungen (Halle, Werkstatt, Helfer, Zeit).

3. Konstruktive Umsetzung

Das Fahrzeug, so wie es vom Hersteller entwickelt wurde, ist ein funktionierendes System mit optimal aufeinander abgestimmten Komponenten. Keine dieser Komponenten kann isoliert betrachtet werden. Jeder konstruktive Eingriff hat direkte und indirekte Folgen über den unmittelbar beabsichtigten Zweck hinaus.

  • Fahrwerk:
    Rahmen, Federung, Reifen
  • Infrastruktur:
    Positionen der Versorgungsaggregate, Tanks und Batterien, Führen der Rohre und Leitungen
  • Energetisches Konzept:
    Elektrik, Gas, Heizung, Kochen, Lüften, Wasser, Abwasser etc
  • Lastenkonzept:
    zulässige Gesamtmasse, Achslasten, Mindest-Zuladung, Mitführpflichten u.a.

Ausbauphilosophien

  • Möglichst viele Module im Wohnkoffer verbauen
  • Möglichst viele Module am Basisfahrzeug verbauen
  • Technisch Aufrüsten (länger, breiter, höher, schwerer)
    kann vordergründig ein (befürchtetes) Problem lösen, bringt aber auch zusätzliche Folgeprobleme mit sich und kostet Geld, Energie und Zeit, siehe Anschaffungen.
  • Technisch Abrüsten: Geht es auch einfacher?
    Manche Probleme lassen sich von der Wurzel her durch Weglassen oder Verzichten lösen.
  • Statik des Innenausbaus: Plattenbau oder Ständergerüst?
  • Optik des Innenausbaus: Holz, Kunststoff, Alu, Edelstahl, Flightcase oder …

Kriterien

Hinsichtlich Korrosion, Statik und Wartung sind zu bedenken:

  • möglichst wenige Bohrungen und Durchführungen durch Fahrzeug- und Kofferwand
  • einfach zu warten und einfach zugänglich auch unter erschwerten Bedingungen:
    Regen & Wind, Hitze & Frost, Staub & Sand, Menschentrauben

Hinsichtlich Sicherheit sind zu bedenken:

  • einfach zugänglich im Bedarfsfall, jedoch geschützt vor fremder Manipulation
  • den Blicken entzogen und vor Diebstahl geschützt
  • im Gelände geschützt gegen Stöße, Schwingungen, Äste, Staub, Steinschlag
  • Anbauten nicht als Aufstiegshilfe für Unbefugte nutzbar
wiki/ausbauphase.1528640429.txt.gz · Zuletzt geändert: (Externe Bearbeitung)

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