Schabacher, GabrieleTransport und Transformation bei McLuhan.
Medien verstehen: Marshall McLuhans Understanding Media (2017): 59-84. Online
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Im Unterschied zur Reisekunst umfasst eine Reisekunde das primär nützliche Wissen und Können, also technische und handwerkliche Anleitungen zum Reisen, die jede Reise erfordert. Sie wird überwiegend durch Übung, also Unterwegs-Sein, erlernt.
Unterwegs zu sein ist eine Tätigkeit, die von außen nicht zu erkennen ist und die sich zusammensetzt aus einer Kette von Handlungen, die durch wiederholtes Fortgehen und Ankommen gekennzeichnet ist. Dieser Zustand ist ein Fließgleichgewicht, eine beständige Unbeständigkeit, weder sichtbar noch greifbar.
Sichtbar ist in dieser Phase nur der Fremde als jemand, der kommt und geht. Dessen Antwort nach dem Woher und dem Wohin erlauben eine Kategorisierung von außen, etwa als 'Reisender' im Deutschen, Traveler im Englischen, Voyageuer im Französischen usw., wobei jeder Begriff nicht nur eine andere Vorstellung aufruft, sondern auch den Zeitläuften unterliegt.
Trotz all dieser Variablen besteht kultur- und sprachübergreifend ein gemeinsames Vorverständnis des Phänomens 'Unterwegs-Sein'. Es wäre die Aufgabe einer Reisekunde, die zugrundeliegenden Konstanten herauszuarbeiten. ['Reisen' wird hier im selben Sinne als Generikum verwendet.]
Greifbares und Sichtbares im zu bewältigenden Reisealltags erscheinen zunächst als ein Handwerk des Reisens, u.a.:
Reisenden sind nicht isoliert denkbar und bilden Verhältnissen zu den Menschen, die sie verlassen, mit denen sie unterwegs sind und denen sie begegnen:
Das ist zudem das Spannungsverhältnis zur Herkunftsgemeinschaft und zur Gesellschaft, in der er sich bewegt. Beide machen sich einen Begriff von ihm
Und es ist nicht zuletzt dessen nnere Disposition zum Unterwegs-Sein, also etwa die Spannungsfelder:
Das Bild der Reise geht zwar vom Reisenden aus, entsteht jedoch erst nach der Reise und ist gesellschaftlich überformt:
Das Idealbild: richtet sich als Maßgabe an den Reisenden, entworfen als Kunst des Reisens, engl. art of travel, franz. arts de voyager
Ein Handwerk ohne künstlerischen Anspruch ist möglich, eine Kunst ohne Handwerk dagegen nicht.
Die Dynamik der intentionalen Fortbewegung im Raum wirkt mannigfach 1) und ermöglicht die Bildung von Kategorien, die wahrgenommen werden könnnen als ein Verschieben (translozieren) von
Unter diese fünf Kategorien sowie Intention und Dynamik lässt sich der Gegenstandsraum des Unterwegs-Seins weitgehend subsumieren.